Der stärkste Gegner fuhr nicht mit - er schien vom Himmel
Wenn Daten nicht die erlebte Belastung widerspiegeln
Von Broc (CH) nach Le Biot (F)
114 km mit 2220 HM
Gefahrene Pässe:
- Col des Mosses 1445m, Nordostauffahrt, CH
- Pas de Morgins 1369m, Variante Ostrampe ab Troistorrents, Grenze CH / F
- Col du Corbier 1230m, Ostauffahrt von La Solitude, Frankreich
Dass unsere „Velotour de France“ kein gemütlicher Kaffeeklatsch werden würde, war uns klar. Dass Tag eins uns aber direkt eine Lektion erteilt, die sich weder in Kilometern noch in Höhenmetern messen lässt, kam dann doch überraschend. Stichwort: Backofen am Pas de Morgins.
| Wir haben das Biest bezwungen! |
Nach dem Frühstück lief die Maschinerie erwartungsgemäß noch etwas unrund. Wenn man am ersten Morgen das gesamte Equipment panisch in den Tiefen der Taschen sucht und die Räder nach der verregneten Anreise erst wieder fahrbereit machen muss, dauert es eben.
Die ersten Kilometer im wunderschönen Intyamon-Tal rollten dann aber richtig geschmeidig
– zumindest so lange, bis uns eine scharfkantige Krampe im Reifen die erste Zwangspause der Tour aufzwang.
Routine-Pflichtprogramm abgehakt, weiter ging es in den ersten Anstieg: den Col des Mosses (1.445 m). Mit seinen knapp **14 Kilometern Länge und sehr moderaten 4 % Durchschnittssteigung** entpuppte er sich als klassischer „Rollerberg“. Ungeplant hatten wir Glück das wir nicht einen Tag später hier Langgefahren sind... für die Tour der Swiss (der Profis) wird der Pass morgen gesperrt.
Landschaftlich zwar phasenweise echt schön,
aber als Zubringerstraße in die Skigebiete eben auch ziemlich breit asphaltiert.
Auf der anschließenden langen, schnellen Abfahrt hinunter nach Aigle konnten wir den Schnitt immerhin wieder ordentlich nach oben korrigieren.
Unten angekommen, war der Pflichtbesuch beim Radsport-Weltverband (UCI) natürlich Ehrensache.
Im Tal kletterte das Thermometer bereits verdächtig nach oben, weshalb wir die Mittagspause an einem idyllischen See dankend annahmen.
Frisch gestärkt und noch völlig frohen Mutes bogen wir danach in den Pas de Morgins (1.369 m) ein – ab Monthey immerhin ein Brett von 15 Kilometern, über 1000 HM mit knapp 5,7 % Schnitt.
Die angezeigten 31 Grad (im Schatten) fühlten sich mit dem Fahrtwind im Tal noch ganz passabel an. Doch im Berg, im gefühlten Zeitlupentempo und ohne kühlenden Fahrtwind, knallte die pralle Mittagssonne erbarmungslos auf den Asphalt. Der Garmin zeigte 42 Grad in der Sonne. Schatten? Mangelware. Unsere Körperkerntemperatur näherte sich rasant dem Siedepunkt; der Berg wurde zum echten Backofen. Ein eiskalter Brunnen im oberen Teil war die absolute Rettung, um das System vor dem totalen Overheat zu bewahren.
Die Passhöhe entschädigte uns immerhin mit bestem Alpen-Ambiente, und wir nutzten die Pause primär für ein gepflegtes, kollektives Ausstöhnen.
Der Rest der Etappe war im Vergleich dazu fast schon Erholung, auch wenn sich uns noch der Col du Corbier (1.230 m) als Dritter Pass des Tages in den Weg stellte.
Seine knapp **6 Kilometer mit knackigen 7,5 % im Durchschnitt taten dann nochmal weh,
aber die Nachmittagssonne meinte es bereits etwas gnädiger mit uns.

Ihr Helden 👍🏻
AntwortenLöschenTolle Leistung und schöne Landschaft
AntwortenLöschenBravo!!!
AntwortenLöschenTolle erste Etappe!
AntwortenLöschenViel Spaß euch allen!
Tolle Leistung!
AntwortenLöschenWunderschöne Fotos, wahnsinns Leistung
AntwortenLöschenIrre - ich schwitze schon auf der Terrasse beim Bier trinken... - alkoholfrei natürlich;-)
AntwortenLöschenTolle Leistung!
AntwortenLöschen